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Erinnerungen an Beates Kindheit von Ihrer Mutter Giesela Herrmann (im April 2025 weitergereicht an Beates Sohn, Christian Fichte)

Wir lebten bis 1961 in der Breiten Straße in Beeskow mit Blick auf den Markt. Das Haus meiner Schwiegereltern war 1945 durch Kriegseinwirkung abgebrannt. Nach dem Krieg wurde unter goßen Mühen ein Teil des Seitenflügels aufgebaut. Meine Schwiegereltern und Tante Mieze - eine Schwester von Oma Herrmann, die mit in der Familie lebte - hatten zwei Zimmer und eine Küche. Das Dachgeschoß war nicht ausgebaut. Das erfolgte erst viel später auf folgender Weise: Dein Opa Ditti (Beates Vater) hörte 1946 mit der Schule auf und begann eine Lehre als Maurer. Ein Kollege von ihm, Konrad Habrich - ein Zimmermann, suchte eine Wohnung, denn er wohnte mit seiner Familie in Sauen. Er baute das Dachgeschoß aus - ein Zimmer und Küche. Das andere Zimmer - auf der anderen Seite der Treppe gelegen - wurde dann das Zimmer von Opa Ditti. Später zogen in Habrichs Wohnung andere Mieter ein. Dann wurden die Wohnungen nochmals getauscht. Opa Ditti gelang es, bei einem Neubau eine zusätzliche Wohnung zu bauen, in die dann die letzte Mieterin einzog. Dann bekamen wir endlich die gesamte Wohnung und konnten heiraten. Ein Jahr später wurde Beate geboren. Sie spielte zwischen den Ruinen und man muß immer noch staunen, daß nichts passiert ist. An sicherer Stelle wurde eine Buddelkiste gebaut und später eine Schaukel. Mit 3 Jahren bekam sie ein Dreirad, das sie gern benutzte. - Als Beate 4 Jahre war, bekamen wir einen Platz im Kindergarten, wo sie sich schnell eingewöhnte. Ich hatte eine Halbtagsbeschäftigung und habe Beate dann Mittags abgeholt. - Drinnen in der Wohnung war natürlich anderes Spielzeug gefragt. Es gab eine Puppenstube, ein Puppenwagen und eine Puppe mit Haaren. Die wurde sehr oft frisiert. Meine Mutter nähte für die Puppe Kleider. Sehr gern ließ sich Beate aus Büchern vorlesen. Ein Lieblingsbuch war "Pünktchen Panni". Zum 5. Geburtstag bekam Beate einen luftbereiften Roller. Das war natürlich ganz was Besonderes, denn er fuhr schneller und besser als die einfachen Roller. 1961 mußten wir ausziehen, weil staatlicher Seits die Häuser der Breiten Straße als sogenannte "Ladenstraße" aufgebaut wurden (so wie man sie heute noch kennt). Wir waren die Letzten die auszogen, weil wir noch keine Wohnung hatten. Das war 1961. In dem Haus, wo wir heute noch wohnen, wohnten damals fünf Parteien, für die auch erst mal Wohnräume beschafft werden mußten. Und das war bei der Wohnungsknappheit nicht so einfach. Als wir einzogen, wohnten noch ein Ehepaar und ein einzelner Mann dort (beide im Obergeschoß). In unserem Schlafzimmer hatte sich Familie Mahnke als Werkstatt eingerichtet. Deshalb wohnten Oma, Opa und Tante Mieze in unseren späteren Eßzimmer. Wir schliefen im Nebenzimmer (Matratzen auf dem Fußboden). Im Laufe der Monate und Jahre wurde immer wieder gebaut und verandert. 1961 wurde Beate eingeschult. Die Feier fand im jetzigen Schützenhaus satt und anschließend gingen sie klassenweise zur Schule. Die Schultüten der Eltern lagen auf den Plätzen in der Klasse. Beate ist gern zur Schule gegangen, da gab es keine Schwierigkeiten. Dorid Pirke, die nur wenige Häuser entfernt wohnte und in der selben Klasse war, war viele Jahre ihre Spiel- und Schuhlfreundin. Die Freundschaft hat auch noch viele Jahre bestanden, obwohl jeder an einem anderen Ort wohnte. Eine Sache, die sie beide als Schulkinder gamacht haben, ist mir noch in Erinnerung. Ich hatte mein Hochzeitskleid aufgehoben - das war früher so üblich. Als wir nicht zu Hause waren, haben Beate und Doris die Hochzeitskleider der Mütter angezogen und sind damit auf der Straße spazieren gegangen. Doris wohnte kurz vor dem Friedhof. Wer sie in dieser "Garderobe" gesehen hat, weiß ich nicht. Die beiden haben viel zusammen gespielt. Mit Beate haben wir zwei mal Urlaub an der Ostsee gemacht. Das war was für sie, denn für Wasser und Modder war sie zu haben. Das erste Mal, Beate war 4 Jahre alt, war sie verschwunden, sie hatte sich am Strand verlaufen. Das war eine Aufregung, die aber glücklich endete. Mit dem "älter werden" hörte das Spielen mit Puppen und Puppenhaus auf. Jetzt war Sport angesagt. Baden gehen, schwimmen und Kanusport. Die Badeanstalt war ja in der Nähe. Ab 14 oder 15 Jahre konnte man in den Ferien arbeiten gehen. Beate ging immer in die Molkerei. Sie sparte das Geld und kaufte sich dafür einen Schreibtisch. Der steht noch in Dieters Zimmer. Beate war richtig stolz auf dem Schreibtisch. Mit dem Abi war die Schulzeit und auch die Zeit im Elternhaus vorbei und dann begann das Studium.

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